Montag, 9. März 2020




Drei Nächte in Rom (Teil2)



Liam Gallagher-Konzert


Palazzo dello Sport,  Zuschauer: ca. 8.000  (15.02.2020)

Lazio Rom - Inter Mailand 


Stadio Olimpico,  Zuschauer: ca. 72.000,  Auswärtsfahrer: ca. 7.000  (16.02.2020)


Am Sonntagmorgen startete ich mit ziemlich verbeulter Rüstung in den Tag. Zwar keine Kopfschmerzen, aber fit wäre geprahlt. Gegen 10:30 wackelte ich in die Dusche und richtete mich her. Irgendwann meldete sich Mr. Belvedere und ließ anklingen, dass man sich in gut 15 Minuten in der Lobby treffen wolle, um dann in die City zu fahren. Das klang nach einem Plan. In der Empfangshalle angekommen sah ich Big John und Mr. Belvedere. Einer fehlte doch noch?! Firestarter würde uns nicht begleiten. Er wurde nur in Boxershorts in seinem Zimmer gefunden und das würde auch erstmal so bleiben. Haha...das sagt doch alles. Wir nahmen die Bahn zum Colloseum. Wir umrundeten es und versuchten krampfhaft als interessierte Touristen zu wirken. Dies hielt aber nicht lange vor. Die Tommys sehnten sich nach einem Pub. Kurzer Hand suchten wir das Irish Pub "Shamrocks" wieder auf. Auf dem Weg dorthin ließen sich die beiden immer wieder von den lästigen schwarzafrikanischen Straßenhändlern anlabern. "Hey my friend..." ging es in einer Tour. Im Pub angekommen steuerte ich direkt die Bar an, orderte eine Cola und suchte uns einen Tisch im Außenbereich. Die zwei Inseläffchen kamen direkt hinterher, jeder mit einem Pint in der Hand. Gut, wenn man den Hals nicht voll bekommt?!

Zu ihrer zweiten Runde startete ich meine erste. Wir besprachen die weitere Vorgehensweise bezüglich des Fußballspiels am Abend. Lazio Rom traf auf Inter Mailand. Der Tabellendritte empfing den Ligaprimus der Seria A. Als gewissenhafter Germane wollte ich mir keine organisatorischen Fehlleistungen erlauben und deckte mich im Vorfeld mit einem Ticket ein. Plan der Engländer war es, sich auf dem Schwarzmarkt Tickets zu kaufen. Mein Hinweis, dass die Karten personalisiert seien ignorierten sie gänzlich. Irgendwann meldete sich doch der Hunger. Nebenan war eine hochfrequentierte, kleine Pizzeria  in der sehr viele Einheimische verkehrten. Besser geht es ja nicht mehr und wir fanden Einlass. Ich gönnte mir zwei Stücke Pizza und eine hausgemachte Lasagne. Big John und Mr. Belvedere aßen sich quer durchs Pizzasortiment. Kenner der englischen Küche können durchaus nachvollziehen, welche Geschmacksexplosion die beiden traurigen Figuren gerade erlebten. Ich wartete dann irgendwann vor der Tür, es dauerte mir einfach zu lange. Nach dem Festmahl stand erstmal ein Verdauungspint an, also zurück in den Irish Pub. Der Aktionsradius war mal wieder sensationell. Ich drängte dann darauf, dass man sich ja noch einiges ansehen könne. Gesagt getan. Bei frühlingshaften Temperaturen liefen wir Richtung Trevibrunnen. Nun meldete sich Firestarter wieder unter den Lebenden. Er sei in der Metro und würde in einigen Minuten hier sein. Wir warteten in der römischen Sonne und ärgerten uns, dass wir keine Sonnenbrillen dabei hatten. Insgeheim hoffte ich ja, dass die beiden sich einen Sonnenbrand auf ihren Glatzen holten. Wenn man schon Engländer sein will, dann auch richtig, oder? 

Als der Nachzügler endlich eintraf, spulten wir das Sightseeing mit Trevibrunnen sowie Spanischer Treppe ab, ein Eis gab es natürlich auch noch für jeden. Unterwegs kreuzte der Fanshop des SS Lazio Rom unseren Weg. Die Jungs gingen direkt hinein und fragten nach Tickets für das abendliche Spiel. Es gab noch wenige Restkarten. Diese waren wie meine auf der Haupttribüne und sollten 100,- € kosten. Das war ihnen natürlich zu viel. Dann halt nicht. Der Schwarzmarkt würde sie nicht glücklich machen, dachte ich noch so bei mir. Wir erklommen die Spannische Treppe und genossen die Aussicht und das gute Wetter. Die Briten dürstete es erneut und sie steuerten das nächstbeste Cafè an. Die Wartezeit von 20 Minuten störte sie nicht. Als wir einen Platz auf der Sonnenterrasse zugewiesen bekamen, warf ich einen Blick in die Karte. Schlappe 8,- € für eine Cola Light, 13,- € für einen Aperol Sprizz.....Danke, ich bin raus. Die Kerle von der Insel schien dies nicht zu verunsichern und sie blieben geschlagene 90 Minuten in dem Laden und ließen es sich gut gehen. Ich nutzte die Zeit, um noch eine Kirche zu besichtigen und natürlich um Leute zu beobachten. Gleichzeitig vertrieb ich immer wieder die Mumbai-Connection, die mir ihre fu****g Selfie-Sticks aufschwatzen wollten. Irgendwann kamen die feinen Herren zurück aus ihrem Schnicker-Cafè. Sie teilen mir mit, dass das Sightseeing für sie nun beendet sei und sie nun in einen Pub wollten. Ach, sind sie nicht herrlich?

Nach einem Fußmarsch durch die nobelste Einkaufsstrasse von ganz Rom mussten wir nur noch um zwei, drei Ecken und schon standen wir vor dem "The Highlander" Scotish Pub. Draußen sitzen war nicht, da sich der Pub in einem Kellergewölbe befand. Unten angekommen mußten wir uns als erste dem freien WiFi geschlagen geben, wir waren alle zu blöde es in Gang zu bringen. Egal. Der Pub war gut gefüllt. Schräg gegenüber saß eine Gruppe Schotten die sich richtig abschossen. Mein lieber Mann, am Glas haben die alles gegeben. Am Nebentisch saß ein Villa-Fan begleitet von seiner Trulla. Er schaute das Aston Villa-Spiel gegen Tottenham und sie tippte desinteressiert auf ihrem Handy rum. Offensichtlich  sind die Brummies bei den Schotten ebenfalls nicht all zu beliebt. Über das Spiel hinweg musste er sich einige Sprüche gefallen lassen. Das konnte Südlondon nicht auf sich sitzen lassen und verarschte den jungen Mann ebenfalls. Mir war es egal. Als dann Villa in der Nachspielzeit durch einen eklatanten Abwehrfehler auch noch 2:3 verlor, war der Gute endgültig bedient und die beiden gingen. Schönen Tag noch. Gegen 18:00 Uhr, nach einigen Runden Tennent's, fragte ich in die Runde, wann wir denn zum Stadion wollten, schließlich brauchen die werten Herren ja noch Tickets. Zu meiner Überraschung eröffneten sie mir, dass sie doch lieber hier im Pub bleiben wollen. Soll mir recht sein, ich verabschiedete mich und wir wollten uns dann nach dem Spiel in einer anderen Gaststätte wieder treffen.

Im Vorfeld hatte ich schon in Erfahrung gebracht, dass die Anreise zum Olympiastadion doch etwas komplizierter ist. Weder die Metro noch einer der vielen Busse fuhren direkt zum Stadion. Mit Hilfe meiner Öffi-App fand ich einen Weg grob in Richtung Stadion. Ich lief zur Metro-Station Spagna und fuhr zur Station Lepanto. Das war auch kein Problem. Von hier an nur noch den Bus und etwa 1km zum Triumpfort der WM'90. An Lepanto angekommen fix die Treppen hoch und schon.....hmm, gute Frage! Ich stand an einer Kreuzung und in alle 4 Richtungen konnte der potentielle Bus fahren. Ich schaute mir alle Fahrpläne, sie hingen gut 2 1/2 Meter über der Straße an. Glücklicherweise war es noch nicht dunkel und ich musste auch nicht gegen das Licht der Straßenlaterne schauen. Na, Herzlichen Dank auch. Ich hatte keinen Plan wo ich hin musste. Die App zeigte auch nur Quatsch an. Ich stellte mich nach einiger Recherche an einem Busstop an, in der Hoffnung, richtig zu stehen. Plötzlich kamen 4 Brecher vom Balkan auf mich zu und fragten, ob hier der Bus zum Stadion abfuhr? Keiner der Kollegen war unter 1,90 Meter, hatte weniger als 100kg und war nicht unter 45 Jahren. Ich erwiderte ihnen, dass ich es hoffe. Als der Bus ankam schickte der Fahrer uns quer über die Kreuzung zu einer anderen Haltestelle. Dort angekommen standen wir vor dem gleichen Problem, welcher Bus wäre wohl der richtige? Da ich nicht aus Dummbach, bin folgte ich einfach einer Gruppe Italiener mit Lazio-Schal. Sie stiegen in einen Bus und auf gut Glück stieg ich dazu. Nach gut 20 Minuten Fahrt kamen wir an einer Art Busbahnhof an. Von da aus lief ich ihnen hinterher. Nach gut 2 km Marsch konnte man das Flutlicht erkennen. Ich bin schon ein Fuchs. Das ich mir die Nummer des Busses nicht gemerkt hatte, sollte bestimmt kein Problem werden. Nee, natürlich nicht?! 

Am Stadion angekommen stellt ich mich an meinem Eingang an. Bis ich den Stadionumlauf erreichte, wurde mein personalisiertes Ticktet dreimal(!) kontrolliert. Eine Taschenkontrolle oder Ähnliches fand gar nicht statt. Wichtig, dass Prioritäten gesetzt werden. Ich suchte meinen Platz und schaute mich um. Was eine herrliche Bruchbude es doch war. Hier hat sich seit Jahrzehnten nicht viel geändert. Beinfreiheit war selbst auf der Haupttribüne ein Fremdwort. Um mich herum saßen Lazio- als auch ein paar Inter-Fans. Die Atmosphäre war schon großartig. Irgendwann wurde das Flutlicht ausgeschaltet und sie sangen ihre Clubhymne. Meine lieber Schwan, das war schon geil. Laut war es obendrein. Das Licht ging wieder an. Dann ließen sie ihren Adler von der Hauptribüne auf den Platz fliegen. Das hat schon was. Meine Hoffnug, dass sich der König der Lüfte eine der vielen Möven greifen würde, erfüllte sich leider nicht. Dieser Seeadler war zu dem richtig mächtig. Klasse! Beim deutschen Bundesligisten lässt sich die faule Sau "Attila" herein tragen. Der feine Unterschied. Beide Kurven zeigten eine Choreo aus Pappschildern. Offensichtlich besteht eine gewisse Freundschaft zwischen beiden Clubs. Die Mannschaftsaufstellung wurde verlesen und dann ging es auch schon los. Es entwickelte sich zu meiner Überraschung ein sehr schnelles und auch gutes Spiel. Die Laziokurve war sehr laut und das obwohl es hier, dank der Stadionlaufbahn, doch sehr weitläufig ist. Ein herrliches Pfeifkonzert erntete Inters de Vrij bei jeder Ballberührung. Als Holländer ist das natürlich gerechtfertigt, aber in diesem Fall lag es wohl eher daran, dass der werte Herr früher bei Lazio kickte. Auch die gut 7.000 Interfans machten zwischenzeitlich gut Alarm. Wer sagt, die italienischen Kurven seien tot, der hat das hier noch nicht erlebt. Mag sein, dass es daran lag, dass die Bude voll war, aber das war schon top. Das Spiel war ziemlich ausgeglichen, aber kurz vor dem Halbzeitpfiff erzielte Ashley Young das 0-1 für Inter. Brachial wurde das von dem Anhang der Lombarden gefeiert. Dann war Halbzeit. Warum im Block von Inter etwa 5 Minuten nach Halbzeitbeginn eine Bengalfackel gezüdet und auf den Boden geworfen wurde, wird wohl auf ewig das Geheimnis dieses Tifosis bleiben. Sinnlose Aktion. Da mir die Musik in der Halbzeit extrem gut gefiel, blieb ich einfach an meinem Platz stehen und bewegte die Hüften rhythmisch zu den Italo-Pop-Rhythmen. Mich kennt hier ja niemand. In Halbzeit zwei drehte Lazio förmlich auf und ein gewisser Ciro Immobile zeigte, dass er doch kicken kann. Durch Elmeter erzielte er den Ausgleich und in der 70. Minute schoss Savic das Siegtor für Lazio. Party pur im weiten Rund. Geil. Auffällig war, dass in beiden Blöcken die gleiche Ultrafahne "Diabolo" immer wieder wehte. Diese gehörte offensichtlich zu Lazios "Irriducibili". Also, es besteht doch eine Verbindung. In Italien kenne ich mich zu wenig aus, um das genauer zu beschreiben. Nach dem Schlusspfiff verwandelte ich das Stadio Olimpico in ein Tollhaus. Spätestens als Galas "Freed from desire" gespielt wurde und die ganze Curva Nord eskalierte mußte ich auch mitmachen...."lalalalalalala". Dieser Besuch hatte sich gelohnt. Ha, sind die Inseläffchen selbst Schuld. Ich verließ das Stadion mehr als zufrieden.

Ohh...wie komme ich nach Hause? Ich wende wohl die gleiche Taktik an wie beim Hinweg. Einfach den Italienern hinterher. Sollte sich keine Option ergeben, dann einfach den Busbahnhof ansteuern den ich beim Hinweg schon nutzte. Letztendlich landete ich tatsächlich wieder am Busbahnhof. Nun hatte ich das Problem, das ich vor dem Spiel verdrängte.Welche Busnummer ist die richtige? Ich aktivierte wieder die App. diese zeigte mir Buslinien an die hier aber nicht abfuhren. Somit fragte ich einen Busfahrer. Der musste es wissen. "Seven Zero" sagte er auf meine Frage, wie ich zu Lepanto zurückkommen könne. Ich schloss daraus, ich sollte den Bus 70 nehmen. Laut Fahrplan kam dieser in 5 Minuten. Kam er aber nicht. Ich dreh durch! Nach gut 15 Minuten kam dann der besagte Bus. "Nöö...der Bus fährt nicht dahin" meinte der ankommende Busfahrer und zeigte auf den Bus, bei dessen Fahrer ich vorher gefragt hatte. Ich lief zurück und fragte erneut. Jetzt sagte der erste Busfahrer, ich könne mitfahren. Willkommen in Italien. Nach zwei Stationen kam ich an der Metro-Station Lepanto an. Wieso hat es auf dem Hinweg gut 20 Minuten gedauert und jetzt war ich nach zwei Stationen am Ziel? Egal, ich war da und brauchte nur noch die letzte U-Bahn zurück gen Hotel nehmen. Auf Pub hatte ich keine Lust mehr. Ich hatte Hunger, denn Essen kam heute irgendwie zu kurz. Am Bahnsteig angekommen warteten mit mir gut 70-80 Leute. Das war doch ein gutes Zeichen. Eine Bahn kam nicht. Nach ner Viertelstunde fragte eine Frau einen Bediensteten der Metro ob noch eine U-Bahn fuhr. Der antwortete nur salopp mit "Maybe". Eyy, das darf doch gar nicht wahr sein? Weitere 10 Minuten warteten wir. Dann kam ein anderer Mitarbeiter der Metro. Dieser teilte uns mit, es fahre keine Bahn mehr und wir sollen nach Hause gehen. Ohh, ein Spaßvogel. Es half nichts, ich musste wieder hoch auf die Straße. Die Italiener verflüchtigten sich in alle Himmelsrichtungen. Da stand ich nun. Kaum noch Akkuleistung im Handy, hungrig, kein Taxi in Sicht und überfordert mit den Fahrplänen der Römer Busse. Mit Hilfe der App und auf gut Glück entschied ich mich für einen Bus und fuhr mit ihm einige Stationen. Dann wieder raus. Die Busfahrer waren keine wirkliche Hilfe, sprachen sie doch fast kein englisch. Ich kam mir vor wie bei den Franzacken. Dann in den nächsten Bus und weiter. Plötzlich hatte ich den Eindruck, ich sei im falschen Bus. Zumindest suggerierte es mir die App. Also, wieder raus. Am Fahrplan mich noch mal schlau gemacht...Fuck, war der richtige Bus, und der Letzte dieser Linie für heute. In diesem Moment steigt der Selbsthass richtig an. Ich musste mir eine neue Strategie einfallen lassen. Zwischenzeitlich funkte mich Mr. Belvedere an, sie würden nun den "Highlander"-Pub verlassen und in Hotelnähe noch paar Pints nehmen. Für so einen Quatsch hatte ich nun keine Zeit. Ich war ja irgendwie "Lost in Rome". Ich hatte keine Ahnung wo genau ich war und wo ich hin mußte. Ich riss mich zusammen, allerdings erst nach dem ich mich über die Situation, die Italiener, das Chaos und diese scheiss Busse lautstark ausgekotzt hatte. Vorbeilaufende Passanten schenkten mir nur ungläubige Blicke. In den nächstbesten Bus stieg ich wieder ein. Dieser sollte grob in Richtung Hauptbahnhof fahren. Ich schaute mir die Fahrgäste an, ich war der einzige Europäer im Bus. Na prima! Auf der anderen Seite vielleicht auch die Chance doch in Richtung Hauptbahnhof zu kommen. Am Ankunftstag zeigte sich ja ein ähnliches Bild rund um den Bahnhof. Da die Stationen aus Prinzip schon nicht angesagt wurden, streckte ich an jeder Haltestelle den Kopf aus der Tür,um zu schauen ob mir die Gegend bekannt vorkam. Nach gut 20 Minuten hatte ich den Eindruck den Bahnhof Termini erspäht zu haben. Mit Mutombo, Mekeke und Boubacar stieg ich dann aus. Puuh, Glück gehabt. Ich stand schräg gegenüber vom Bahnhof. Glücklicherweise hatte ich mir den Weg vom Bahnhof zum Hotel gemerkt. Ich lief zum Hotel und hatte die feste Absicht mir unterwegs noch was zu Essen zu kaufen. Ich hatte echt Knast. Die Option am Bahnhof etwas zu essen und dann ein Taxi zu nehmen schloss ich aus. Auf Gesindel hatte ich in meinem genervten Zustand keine Lust mehr. Es kann doch nicht wahr sein. Nichts hatte mehr auf und nach gut 20 Minuten war ich in der Nähe des Hotels. Geil, der Blumenladen hatte noch auf. Ein gutes Zeichen, denn wenn der noch geöffnet ist, gibt es bestimmt noch irgend eine Kaschemme um ne Kleinigkeit zu essen. Ich lief durch die Seitenstraßen, die Hauptstraßen hoch und runter. Hier herrschte Totentanz. Blumen kannste kaufen, was für den Magen findest du nicht. Ewig blöde Stadt!! Im Hotel angekommen machte ich mich genervt ins Zimmer. Mein Heimweg dauerte etwas über 2 1/2 Stunden. Herzlichen Glückwunsch! Schnell noch mal die Nachrichten auf dem Handy gecheckt. Ohh, die englische Brut ist schon lange im Bett. Ich war an diesem Abend wohl der einzige in dieser verdammten Stadt der hungrig ins Bett ging. Zumindest fühlte sich es so an. Der Durst konnte mittels Minibar gestillt werden. Aus Rache würde ich es beim Check Out am kommenden morgen aber nicht angeben. Habt ihn nun davon, ihr Römer.


Am nächsten morgen packte ich fix meine sieben Sachen. Wir trafen uns in der Lobby und machten uns auf den Weg zum Bahnhof. Die Engländer blieben den ganzen Abend in diesem Kellerpub. Sie waren zu bequem nochmal die Lokalität zu wechseln. Jetzt war ich mir nicht mehr sicher, wer von uns eigentlich der größere Loser des vergangenen Abends war. Am Bahnhof deckten wir uns erneut mit Tickets für die 1. Klasse des Zugs zum Flughafen ein. Dort angekommen verabschiedeten wir uns voneinander. Die dritte Klasse Briten gingen zu Terminal 3, ich natürlich zu Terminal 1. Schnell einchecken und endlich was essen. Mit Pizza, mal zur Abwechslung, ließ ich dieses ereignisreiche Wochenende ausklingen. Der Flug zurück war problemlos. Zu Hause kam ich zufrieden an, wohlwissend, dass der nächste Trip nach Düsseldorf bzw. London schon in Reichweite war.


It was biblical!